Donnerstag, 29. Dezember 2011

4.5.09 Erhalt von Metall






















Verfallsursachen von Metall
Wie bei jedem Metall gibt es verschiedene Ursachen des Verfalls von Metall.

Natürliche Alterung des Metalls
– durch Kontakt mit dem umgebenden Raum. Und auch mit der natürlichen Abnutzung durch Gebrauch. Vor allem die Schmiede wissen, dass die alltäglichen Metallobjekte nicht in der Natur in diesem Zustand zu finden sind. Die Gewinnung der Erze erfolgt aus den Erzen durch oxydischde und Redox-Reduktion. Die natürliche Neigung der Metalle ist es zu Ihrem ursprünglichen chemischen Zustand zurückzukommen – wie als Erz ursprünglich vorhanden.
Man unterscheidet auch Qualitativ anhand von gediegen vorkommenden Metallen wie z. B. Goldnuggets oder solche die erst durch pyro- oder nasschemische Gewinnung zum Metall werden.
Gediegen vorkommende Metalle korrodieren sehr selten.
Die Verfalls- bzw. Oxydationprodukte sind, weil Sie sich dem natürlichen Zustand des ursprünglichen Erzes nähern, chemisch stabiler als die Metalle.
Die umgebende Luft (Sauerstoff ...) und das Wasser (chem. H2O) sowie die vom Menschen verursachten Stoffe in der natürlichen Umgebung sind dafür verantwortlich.
Die Beschädigungen vom Metall lassen sich in durch vom Menschen verursachte Die umgebende Luft (Sauerstoff ...) und das Wasser (chem. H2O) sowie die vom Menschen verursachten Stoffe in der natürlichen Umgebung sind dafür verantwortlich.
Die Beschädigungen vom Metall lassen sich in durch vom Menschen verursachte (Sturz, mech. Abnutzung, Vandalismus ...) oder ein Naturereignis s.g. natürliche Beschädigung (z.B. Erdbeben, Brände). Die Schäden sind dann von struktureller Art. Die Veränderung kann auch im Rahmen einer Restaurierung vorkommen, z.B. infolge hohen Gewichtes kann es zu Rissen oder Torsion während des Transportes oder Restaurierung auftreten.
Solche traumatische Effekte die nicht offensichtlich optische zu Erkennen sind, kann man mit einem Menschen vergleichen die ein Trauma erlebt / zu verarbeiten haben. Bei näherem Kontakt hat man sehr oft eine unerwartete Reaktion. Es ist daher wichtig auch die Geschichte, soweit bekannt, des zu bearbeitenten Objektes zu kennen, bzw. sich damit auseinanderzusetzen.

Korrosionsprozesse
Sind die Hauptverfallsursache der Metalle, da sich die Materie aus chemischen Gründen verändert. Sie werden dabei durch Oxydation zu mineralischen Stoffen umgewandelt.
D.H. im Wasser kann dem Metall eine abrasive Veränderung passieren.
Innerhalb der Verfallsursachen finden sich drei verschiedene Korrosionsarten:
Trockene Korrosion durch den direkten Kontakt von Metall mit Atmosphäre der Außenluft.
Über Sauerstoff und die natürlichen Bestandteile der Luft hinaus (z.B. Schadstoffe in der Luft: Salz, saurer Regen, aus Wälder...).
Bei der Untersuchung ist es daher wichtig den ursprünglichen Aufstellungsort zu berücksichtigen, oder ob es sich für einen Zeitraum davor in einer speziellen Umgebung befand. Die Korrosionsprodukte der trockenen Korrosion sind Oxyde. Es gibt sehr viele Oxyde die dadurch entstehen. Die hauptsächlich vorkommenden Oxyde liste ich kurz auf:

auf Kupfer u. seinen Legierungen:
- Kupferoxyd Cu2O Cuprit (rote Farbe)
http://de.wikipedia.org/wiki/Cuprit

- Tenorit CuO (schwarze Farbe)
http://de.wikipedia.org/wiki/Tenorit

Bei trockener Korrosion ist die Reaktion vom Luftsauerstoff mit Kupfer in spez. Fällen eine (schwarz) gefärbe Oberfläche.

auf Eisen und seinen Legierungen:
- Eisenoxyd Wüstit FeO dklbraun
http://de.wikipedia.org/wiki/ Wüstit
- Hämatit Fe2O3 rot – braun
(hängt vom Wasser in der Umgebung ab)
http://de.wikipedia.org/wiki/ Hämatit

Nass- oder Elektrochemische Korrosion (SO4 / S / Cl )
Hauptfaktor dabei ist die rel. Luftfeutigkeit. und die Temperatur.
Sauerstoffgehalt und Schadstoffe sowie eventuell andere Bestandteile der Luft wie Salze, Sandstaub. Die Hauptschadstoffe in der Atmosphäre zur heutigen Zeit sind:

+ H2O
Schwefeldioxyd S02 → H2 SO4
Schwefelsäure
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefeldioxid
Chem. Ablauf der Reaktion von SO2 in der Luft
Diese Reaktion bildete einen sauren PH-Wert und beschleunigt so den Korrosionsprozess.


auf Kupfer und seinen Legierungen:
durch Kupfersulfate
- Kupfersulfat Cu3(OH)4 SO4 ein Anhydrit früher Cuvitriol (grün)
http://de.wikipedia.org/wiki/Kupfersulfat
- Cu4(OH)6 SO4 Brochantite (OH-Gruppe zeigt den Basengehalt an)
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Brochantit
Sie sind von mehr oder weniger grünen Farbe. Wenn die natürliche Patina als Schutzschicht vorhanden ist, wird daran nicht restauriert um den Schutz nicht zu beschädigen.

Kupfersulfide
- Cu2S Chalkosin (schwarz)
http://de.wikipedia.org/wiki/Chalkosin
- CuS Covellite (schwarz)
http://de.wikipedia.org/wiki/Covellin

Kupferchloride
- CuCl Nantokite (weissgrau)
http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?m ineral=Nantokit
- Cu2(OH)3 Cl Atacamit (hellgrün)
http://de.wikipedia.org/wiki/Atacamit
Darüberhinaus auch noch Kupferoxalate
Grüne Farbe gibt uns zu erkennen, dass es kein Kupferoxyd sein kann.

auf Eisen und seinen Legierungen:
- Schwefeldioxyd SO2 bildet Eisenhydrooxyd Fe(OH)2
+ H20 bildet sich Schwefelsäure H2S2
- Eisenoxyd 2Fe2O3 + 3H2O (Wasser) = Rost (größere Struktur als das Eisenoxyd da bei dieser die Struktur kompakter ist, ist bedingt durch das vorhandene Wasser)


Einschub: warum sehen wir unterschiedliche Farben auf Metallen?
Licht kann man als elektromagnetische Welle erfassen.


sichtbare farbige Metalloberfl.
Lichteinfall
Metalloberfläche

Es funktioniert ähnlich den Regenbogenfarben.
Unterschiedliche chemische Zusammensetzung



Korrosion an der Luft
Darunter verstehen wir eine zusammenfassung von trockener und nasser (elektrolytische → wenn Salze vorhanden sind) Korrosion. Sie hängt mit dem Sauerstoff der Luft und der rel. Luftfeuchtigkeit zusammen.

Luftkorrosion nach Tomashov

Er unterschied zwischen diesen beiden Korrosionsarten aufgrund einer Zwischenschicht. Und er unterscheidet die zwei Korrosionen je nach der Dichte der Kondenswasserschicht auf der Metalloberfläche.

Tabelle nach Tomashov (1 Ȧngstrom = 10 Mikrometer)

10 – 100 Ȧ → werden die Wassermoleküle von der Oberfläche abgewiesen
(entspricht einer Metalloxydation oder Luftkorrosion)

100 Ȧ - 1 Mikron → elektrochemische Nasskorrosion od. noch Luftkorrosion

1 Mikron – 1 Millimeter → elektrochem. Nasskorrosion od. Korrosion unter Wasserschicht

> 1 mm → wird es als Eintauchen in ein elektrochem. Mittel betrachtet

von Tomashov gibt es auch noch eine Tabelle der LuftKorrosionsfaktoren:
1. natürliche Faktoren:
Metallart und/oder Legierung
Struktur der Korrosionsprodukte

2. die Umweltfaktoren:
Stadt – oder Landgebiet
Witterung

3. Aufstellungs- / Aussetzungsfaktor:
Aussen- oder Innenraum mit Luft und Regen
Vertikal od. horizontal
Zeitdauer der Aussetzung

Grundsätzlich gibt es nach Tomashov drei Korrisonstufen:
- Wasserkondensation auf der Metalloberfläche (Wasserfilm bildet sich)
- Freisetzung des im Wasser enthaltenen O2 → Sauerstoffentzug aus dem Wasser
- elektrochemischer Angriff
SO2 S O2 CL

Die „Rostformel“

a) Fe´(neutral) → Fe++ (löst sich auf und hat 2fach pos. Ladung) + 2 e-

b) ½ O2 (Luftsauerstoff) + H2O (Wasser) + 2 e-
bilden zwei negative 2 OH-
O2 wirkt als Atom und nicht als Molekül

c) Fe++ + 2OH- → Fe(OH)2

d) 2 Fe(OH)2 + 1/2 O2 + H2O → 2Fe(OH)3 (Eisenoxyd)


So bildet sich auch der Rost wenn Stahl in Wasser eingetaucht wird.


Ein interessanter Punkt ist die
Entwicklung des korrosiven Prozesses.
Unter dem Aspekt der Gewichtserhöhung:
Grafisch stellt sie die Gewichterhöhung zur Zeit (t) dar.
Daraus sind drei Arten der Korrosionsentwicklung entstanden:

1) Lineare Entwicklung → A
Immer wenn Sauerstoff im Kontakt mit dem Metall ist
das Korrosionsprodukt sieht dann porös aus.
bei Alkali-Metallen
2) Parbolische Korrosionsentwicklung, Passivschichtbildung → B
Das Gewicht nimmt in kurzer Zeit schnell zu. Dh. das sich auf der Oberfläche ein fester Schutz bildet / Trockenkorrosion
Dadurch ist der Kontakt zw. Metall und Luft schwierig weil es als Schutzfilm wirkt. Die Passivschichtbildung ist bei Kupfer ganz stark.
Bei Kupfer bildet sich Schicht auf Schicht und es ist eine Art Verfall
siehe auch:  Pilling-Bedworth-Verhältnis
3.) logarithmische Korrosionsentwicklung → C
Der oxydische Schutzfilm wird schon ganz schnell am Anfang gebildet und ist der Fall bei Aluminium


Eine weitere Verfallsursache ist
die Ablagerungen von Schichten / Krustenbildung

Diese bestehen aus Luftbestandteile (Staub, Russ, Verbrennungsrückstände, Calziumsulfat, WasserKohlenstoffprod.). Sie verändern das Aussehen und wirken als Katalysatoren für Salze und schädliche Gase.
Diese Schadstoffe nehmen nicht mittelbar an einem Korrosionsprozess teil sondern ermöglichen und / oder beschleunigen ihn.


Beipiel wie es in einem sauben Raum und einem verschmutzten Raum anhand der vorhandenen rel. Luftfeuchtigkeit stattfindet.
Bei 40% rel. Luftfeucht. wird das Metall korrosiv angegriffen.
Es besteht ein Unterschied zwischen reiner Luft (Aria pura) und verschmutzter Luft (0,01 % SO2 hältig).
Verkrustungen sieht man z.B. bei Brunnen. Kalkverkrustungen

Weitere Schäden sind durch vorgegangene Restaurierungen vorhanden. Wenn ungeeignete Schutzmittel zur Konservierung verwendet wurde. Oder Verfall wegen mangelhafte Wartung des Objektes.


Verfallsursachen → natürliche Alterung nat. Abnutzung
→ traum. Ereignisse Sturz, Riss
→ Korrosionsprozesse trock. Korr.
lt. Tomashov + nass. Korr.
→ Ver. durch Ablagerung aus d. Luft / Kalkablag.
→ Schäden aus vorang. Restaurationsarbeiten
aus mangelh. Bemühungen

Morphologie der Korrosionsarten

Beispiel einer gleichmässigen Korrosion anhand der Kristallstruktur.

Oberflächenkorrosion
Die Korrosion folgt der Oberflächenform und ist damit gleichmässig.

Lochfrasskorrosion
Es bilden sich Krater mit Korrosion an der Metalloberfläche.
Druch diskrete Kondenswasserstellen auf der Metalloberfläche

Interkristalline Korrosion
An den Randflächen der Kirstallgrenzflächen

Transkristalline Korrosion
Die Korrosion geht durch die Kristallstruktur hindurch

Mischkristallkorrosion
Bei Legierungen aus zu verschiedenen Metallen
Ein Metall davon korrodiert eher als das/die anderen Metalle

Intergranulare Korrosion
Zwischen den einzelnen Metallkristallen im Inneren

Dentritische Korrosion
Tritt bei gegossenen Metallen oft auf

Korrosion zwischen den Schichten
Hängt mit der Belastung z.B. durch Temperatur u. Reibung zusammen.


Die Reinigung von Metallen

Vorbereitungsarbeiten
1) Aufnahmen u. Dokumentieren mit Skizze und vermasstes Ortho- & Detail-Foto (auf die Belichtung achten als Referenz / EXIF Datei) Röntgen und CRT-Aufnahmen
2) Demontage des zu restaurierenden Objektes
3) Vorreinigung mit trockenem Pinsel u. destilliertem Wasser (ohne Salze)
4) Abtrockenen

Entfettung findet mit Lösungsmittel (Alkohol, Aceton) statt durch Eintauchen oder tamponieren statt.

Vorsichtige Reinigung durch chemische und/oder mechanische Mittel.
Auf Färbelung, Vergoldung oder sonstige Oberflächenveredelung achten.
Sowenig aggressiv als möglich reinigen.

Das Reinigen von Bronze

Mechanisch ...
Chemisch ...

Reinigung von Eisen

Die gleichen Mittel wie bei Bronze oben, dazu noch folgendes...


Das Kleben von Objekten
sollten einfach zu verwenden sein. Dünnflüssig um gut eindringen zu können. Keine chemischen Reaktionen auslösen, lichtecht und temperatur-, wasser-beständig und ggf. reversibel sein. Dazu eignen sich Epoxdharze.
Dies sollte nicht durch Schweissen gelöst werden – weil dadurch ggf. eine völlig neue Situation entsteht.

Korrossionsschutzmittel

Kupfer und seinen Legierungen...

Eisen und seinen Legierungen...

Konservierung - Schutzbehandlung
verlangsamen - vorbeugend wirkend
- sollten hydrophob sein
- luftabschliessend
- reversibel
- transparent
- matt
- chemisch neutral gegenüber dem Objekt
- elastisch und gut haftend
- hitzebeständig
- alterungsbeständig

Schutz von Metallen im Freien
Bis jetzt gibt es noch kein allzeit wirksames Schutzmittel.
Die Oberfläche immer gut reinigen und sorgfältig mit Pinsel oder spritzen auftragen. Besser mehrer dünne Schichten hintereinander als eine dicke Schicht.
Als Schutzmittel können auch Wachse oder wachshaltige Stoffe wie reines Bienenwachs oder Wachse verwendet werden
Produkte die nicht empfohlen werden:
z.B. Paraffin, Vasolin – werden hart im Lauf der Zeit
Fette und Öle oxydieren auch im Lauf der Zeit und die Luftschadstoffe bleiben darauf haften.
Frage:

Erhaltungsregeln:



Leider ist ein Wartungsplan sehr aufwändig und es ist schwierig alle Eventualitäten vorherzusehen. Besser ist es Metallobjekte im Inneraum aufzustellen um es zu erhalten und konservieren.
Mit Klimatiserung des Raumes mit ca. 40% - 45% rel. Luftfeuchtigkeit und Schutz vor Staub ist eine einfache und wirkungsvolle Bedingung für Erhalt gegeben. In einem Museum wäre auch der Schutz vor den Besuchern einzuplanen.
Die heute erwähnen Verfallserscheinungen sind auf Metalle bezogen und sind auch die Schutzmittel darauf bezogen.

siehe auch:


Montag, 12. September 2011

Stipendien - Info - Fachliteratur

Link zum BauDenkMal-Intesivkurs 2012
vom 17. Sept. - 14. Dez. 2012



BAUDENKMALPFLEGEKURSE  


1.  Einleitung 

Baudenkmalpflege braucht theoretisches Wissen und praktische Fertigkeiten. Dazu gehört 
die Kenntnis alter Bauten und ihrer Herstellungstechniken ebenso wie die ihrer Alterung. 
Auch wenn moderne Technik die Analyse von Erhaltungs- oder Verfallszuständen 
erleichtert, braucht der mögliche oder nötige Eingriff das ganze Spektrum historischer und 
heutiger Materialien und Verfahren. Ein Baudenkmalpflegekurs hat also ein Gleichgewicht 
zu finden zwischen Alt und Neu, Wünschbarem und Machbarem, Verantwortung und 
Können. Dazu reichen drei Kursmonate kaum aus; so sollte die Teilnahme an den Kursen 
des Europäischen Zentrums als Vertiefen vorhandener Fähigkeiten gesehen werden und 
als Aufbauen auf einem soliden Fundament. Lebenslanges Lernen ist ein Weg, den man in 
Begleitung gehen sollte. Hier sieht das Zentrum seine Aufgabe, die es mit der aktiven 
Mitarbeit aller Kursteilnehmer zu erfüllen gilt.    

Die Kurse sind berufsübergreifend angelegt, auf Austausch wird ebenso Wert gelegt wie 
auf das Entdecken von Verbindungen zwischen den Gewerken. Vier Kurse werden, 
abhängig von der Nachfrage und den technischen Gegebenheiten, in Theorie und Praxis 
gleichzeitig und gemeinsam angeboten:  

CC 1  Erhalten von Stein 
CC 3  Erhalten von Stuck 
CC 4  Erhalten von Wandmalerei 
CC 5  Erhalten von Holz 

Jeder Kurs fokussiert auf die Internationalen Chartas über die Restaurierung sowie auf die 
Erhaltungstechniken der unterschiedlichen europäischen Länder. Im Europäischen Zentrum 
ist es möglich, einem gesamten Restaurierungs- bzw. Erhaltungsablauf zu folgen, von der 
Theorie über die Untersuchungen und Analysen zur Sammlung von Informationen bis zur 
Umsetzungsphase auf der Baustelle. Die Baustellenpraxis erfolgt im Sitz des Zentrums, wo 
die Kursteilnehmer an extra ausgewählten Objekten eingreifen können. Die spezifischen 
Inhalte der fünf Gewerke sind unter Punkt 7. beschieben.  

2.  Teilnahmevoraussetzungen 

Zu erbringen ist der Nachweis  

 
 einer handwerklichen Ausbildung und von mindestens 1 Jahr praktischer Erfahrung in 
der Denkmalpflege oder 
 
 einer akademischen oder technischen Ausbildung, handwerklicher Fertigkeiten und von 
mindestens 1 Jahr praktischer Erfahrung in der Denkmalpflege.  

Zusätzlich muss eine der vier Zentrumssprachen - Deutsch, Französisch, Englisch, 
Italienisch - verstanden und gesprochen werden. 


3.  Kursablauf 

Der Kurs besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der theoretische 
Unterricht erfolgt fachübergreifend für alle Gewerke und findet vorwiegend im Zentrum statt. 
Die praktische Arbeit wird von den jeweiligen Baustellen bestimmt. Sie dient als 
Orientierung für den theoretischen Unterricht. Spezifische Techniken werden in den 
Werkstätten des Zentrums geübt, bevor sie am Objekt verwendet werden. Mobile Teile 
werden bei Bedarf in den Werkstätten bearbeitet.  

Die Lehrer in Theorie und Praxis sind im In- und Ausland anerkannte Dozenten, 
Handwerksmeister und Restauratoren mit langjähriger Berufserfahrung. 

Der theoretische Unterricht wird konsekutiv in die entsprechenden Sprachen übersetzt, für 
die praktische Arbeit stehen mindestens zweimal wöchentlich Dolmetscher bereit.  

Der Unterricht findet normalerweise von montags bis freitags, 8 Stunden täglich, und 
gelegentlich auch am Wochenende statt. Teilnahme ist Pflicht, wird täglich registriert und ist 
Voraussetzung für die Einschreibung zur Abschlussprüfung und den Erhalt des Zeugnisses. 

Die Teilnehmer müssen sich an die Hausordnung des Zentrums halten, die sie bei ihrer 
Ankunft bekommen. 

Das Zentrum behält sich die Möglichkeit vor, einen Kurs abzusagen, falls die Mindest- 
teilnehmerzahl nicht erreicht wird. 


4.  Programm 

Der Kurs sieht eine Gesamtstundenzahl von 500 Stunden vor, die, nach Modulen geordnet, 
zwischen Theorie und Praxis aufgeteilt sind. 

a) Theoretischer Unterricht  

 Modul 1:  Baugeschichte     
 Modul 2:  Materialien und ihr Verhalten          
 Modul 3:  Analyse und Dokumentation           
 Modul 4:  Grundlagen der Denkmalpflege            
  
b) Praktische Arbeiten  

 Modul 5:  Zeichnen und Bauaufnahme                   
 Modul 6:   Werkstattübungen                                        
 Modul 7:  Baustellenpraxis                                           
  
c) Modul 8:  Besichtigungen und Exkursionen                          
d) Modul 9:  Italienisch                                                  
e)   Modul 10:  Prüfungen                                 
  
Die zwischen Theorie und Praxis aufgeteilte Stundenzahl wird den Erfordernissen der 
Baustellen angepasst. 



5.  Projekt Thiene 

Die Teilnehmer sollten während des Kurses und außerhalb des Unterrichts ein 
Forschungsprojekt ihrer Wahl zu einem Thema vor Ort bearbeiten. Es kann ein Gebäude 
sein, ein Teil der Stadtstruktur oder eine künstlerische Besonderheit; sie sollten kritisch 
gesehen und mit eigenen Eindrücken und Vorschlägen ergänzt werden. 



6.  Module 

 
 Modul 1:  Baugeschichte 

Die europäische Baugeschichte wird, ausgehend von der Antike, in ihren Hauptepochen - 
Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus, 19. und 20. Jahrhundert - dargestellt. 
Ausgehend vom Weltbild und den politischen und sozio-ökonomischen Verhältnissen 
werden wichtige Bauaufgaben, Städtebau, Bautypen und -konstruktionen sowie die Rolle 
der Bauberufe behandelt. Ein für die Epoche typischer Bau wird in seinen konstruktiven 
Prinzipien und Details untersucht. Ziel ist das Erkennen der charakteristischen Merkmale 
einer Epoche in Stil und Bautechnik. Das Programm sieht einen Eingangstest zu 
allgemeinen Architekturkenntnissen, Übungen am Bau und einen Abschlusstest vor. 

 
 Modul 2:  Materialien und ihr Verhalten 

Die wichtigsten Baumaterialien werden in Zusammensetzung und Struktur, Herkunft und 
Verwendung, Verfall und Erhaltung behandelt. Ziel ist das Erkennen des Materialverhaltens 
im Bau. Das Programm sieht einen Eingangs- und einen Abschlusstest vor. 

 
 Modul 3:  Analyse und Dokumentation 

Das Erstellen einer Dokumentation mit Archivforschung und Studium von Handbüchern und 
Berichten über frühere Eingriffe wird ebenso dargestellt wie Aufmass und Prüfung des Ist- 
Zustands. Ziel ist die genaue Kenntnis des Objekts vor dem Eingriff zur Erarbeitung eines 
Erhaltungsprojekts.  

 
 Modul 4:  Grundlagen der Denkmalpflege 

Entstehung und Entwicklung der Denkmalpflegeprinzipien mit den daraus folgenden 
praktischen Ergebnissen werden vorgestellt. Die Charta von Venedig (1964) und die 
nachfolgenden internationalen Übereinkommen werden auf ihre Anwendbarkeit in der 
Denkmalpflegepraxis untersucht. Ziel ist die Erkenntnis, dass Denkmalpflege ein 
dynamischer Prozess mit vernünftigen und praktisch anwendbaren Regeln ist.  

 
 Modul 5:  Zeichnen und Bauaufnahme 

Zeichen- und Aufnahmeübungen an Denkmälern in Thiene und anderen Orten und in den 
Werkstätten sollen Kenntnisse und Fertigkeiten der Teilnehmer in der grafischen 
Darstellung vertiefen. Sie werden mit Studien und Schadensaufnahmen erweitert.  
  
 
 Modul 6:  Werkstattübungen 

Das Übungsprogramm wird wesentlich von den Anforderungen der jeweiligen Baustellen 
bestimmt. Es ist also Vorbereitung und Erweiterung der Arbeit am Bau. Die einzelnen 
Programmpunkte sind weiter unter 7. beschrieben.  

 
 Modul 7:  Baustellenpraxis 

Die Erhaltungsarbeiten finden vorwiegend auf Baustellen statt. Mobile Elemente werden, 
wenn es der Erhaltungszustand erlaubt und/oder die Witterung es erfordert, in den 
Werkstätten bearbeitet. Die einzelnen Programmpunkte sind weiter unter 7. beschrieben.  

 
 Modul 8:  Besichtigungen und Exkursionen 

Laufende oder abgeschlossene Erhaltungsarbeiten werden von den am Bau 
Verantwortlichen und auch von den Kursteilnehmern selbst vorgestellt. Ziel ist die Erfassung 
von Zusammen-hängen, Zwängen und Wahlmöglichkeiten sowie der Gründe für die 
getroffenen Entscheidungen und die Überprüfung der eingesetzten Techniken und 
Materialien. 

Ein- oder mehrtägige Exkursionen in historische italienische Städte vertiefen die Kenntnisse 
von Baugeschichte, Materialien und Denkmalpflegeprinzipien. 


 
 Modul 9:  Italienisch 

Ein Einführungskurs in das praktische Italienisch soll es dem ausländischen Kursteilnehmer 
erleichtern, sich im Gastland zurechtzufinden, Kontakte mit der Bevölkerung herzustellen 
und an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Terminologieblätter zu spezifischen 
Themen sind in Vorbereitung und werden nach Fertigstellung ausgegeben. Auf Anfrage und 
bei Kostenübernahme durch die Teilnehmer kann der Unterricht vertieft werden. 

 
 Modul 10:  Prüfungen 

Der Kurs endet mit einer zweitägigen theoretischen und praktischen Prüfung. Der 
theoretische Teil betrifft die Inhalte der Module 1 bis 4. Im praktischen Teil stellt der 
Kursteilnehmer seine Übungsstücke und Erhaltungsarbeiten vor. Die Endnote setzt sich aus 
mehreren Einzelnoten zusammen, einschließlich der Bewertung der während des Kurses 
durchgeführten Tests und Übungen. Jeder Kursteilnehmer erhält eine Teilnahmebestätigung 
und nach bestandener Prüfung ein Zeugnis sowie den Europass Mobilität. 



deutsches Stipendienprgm. für 2011:
http://www.restaurator-im-handwerk.de/stipendienprogramm-restaurator-handwerk.htm

Schweizer Stipendienprgm. für 2011:
Das Bundesamt für Kultur – Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege in Bern, Schweiz, stellt auch dieses Jahr zwei umfassende Stipendien für qualifizierte Kandidaten zur Verfügung, die die Kurs- und Aufenthaltspesen decken.
Bedingungen zur Erhaltung der Stipendien:
1. eine Ausbildung als Handwerker haben und über mindestens ein Jahr Erfahrung im Bereich der Denkmalpflege verfügen
oder
2. eine akademische bzw. technische Ausbildung, Fähigkeiten und mindestens ein Jahr Erfahrung im Bereich der Denkmalpflege haben.
3. mindestens eine der vier Arbeitssprachen des Zentrums – deutsch, französisch, italienisch und englisch – sprechen bzw. verstehen
4. in der Schweiz leben und arbeiten.
Bitte setzen Sie sich unter folgender E-Mailadresse für weitere Informationen oder Fragen in Kontakt:
denkmalpflege@bak.admin.ch
Die Teilnahmeanträge sind binnen 25. August 2011 einzureichen.


ehem. deutsches Stipendienprgm. für 2010:
http://restaurator-im-handwerk.eu/stipendienprogramm-restaurator-handwerk.htm

INFO zur Bewerbung mit Europass


Links:
http://www.denkmalpflege-studium.de/
http://www.visitorstudies.nl
http://www.heritageconsultants.be
http://www.vvia.be
http://www.e-faith.org
http://www.historici.net
http://www.conservare.be
http://www.eur-heritage.org
http://www.crforum.be

Entwicklungsgeschichte der (techn.) Enzyklopädien

das Internetlexikon der Bauingenieure

das Lexikon der Meister

Centro Link nach Facebook:
http://www.facebook.com/home.php?#!/group.php?gid=126506334044382&v=info&ref=ts
http://www.facebook.com/home.php?#/centroeuropeo.perimestieri.delpatrimonio

bei Google Groups:
http://groups.google.it/group/centroeuropeo


http://fr.wikipedia.org/wiki/Gadzarts
http://en.wikipedia.org/wiki/Gadzarts


Baustilkunde:





Otto Johannsen: Eine Anleitung zum Eisenguss vom Jahre 1454

Georgius Agricola (vg. Georg Bauer)
geb. 24.3.1494 in Glauchau, gest., 21.11.1555 in Chemnitz

De re Metallica

Jousse Mathurin de la Fleche
geb. 1575 in La Feche, gest. 1645
"La fidèle ouverture de l'art de Serrurerie"  veröffentlicht 1627




















Die Baukunst der Renaissance in Italien
Decoration in Erz: